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Steuern beim Unternehmensverkauf

Wenn Sie daran gehen ein Unternehmen zu kaufen oder zu verkaufen, dann ist es sinnvoll auch die steuerliche Situation zu betrachten. Bei der Gestaltung des Übergabeprozesses ist die anfallende Steuerlast einer von vielen Faktoren, der zu berücksichtigen ist. Dabei geht es nicht unbedingt darum, die eigene Steuerlast zu minimieren, sondern es ist hilfreich für den Erfolg eines Abschlusses, die Gesamtbelastung zu optimieren.

Gerne stellen wir diesbezüglich erste Überlegungen mit Ihnen an. Nachfolgend an unseren aktuellen Unternehmensangebote finden Sie eine Übersicht über die Ertragssteuern in Österreich.

Ertragssteuern Österreich

Einzelunternehmen

Bei Einzelunternehmen oder Personengesellschafteen (OEG, KEG) unterliegt der (anteilige) Gewinn natürlicher Personen der Einkommensteuer. Für jede Tarifstufe ist ein Prozentsatz festgelegt. Die Stufe ab TEUR 90 Jahresgewinn beträgt 50%.

Kapitalgesellschaft

Der Ertrag einer Kapitalgesellschaft unterliegt der Körperschaftsteuer (KöSt). Der Steuersatz beträgt pauschal 25%. Die Gewerbesteuer wurde bereits im Jahr 1994 in Österreich abgeschafft.
Die Ausschüttung von Gewinnen aus Anteilen einer GmbH an in Österreich steuerpflichtige natürliche Personen fällt unter jene Einkünfte aus Kapitalvermögen, welche seit 1.1.2016 mit 27,5% zu versteuern sind. Ausschüttungen an juristische Personen (AG, GmbH) sind bei dieser steuerfrei. Erst die Ausschüttung an natürliche Personen unterliegt die KEST. Die KEST (Kapitalertragssteuer) ist von der Gesellschaft einzubehalten und binnen einer Woche an das Finanzamt abzuführen. Ein Gewinnvortrag kann auch ausgeschüttet werden, wenn die Ausschüttung mit Fremdkapital finanziert wird.

Versteuerung Verkaufserlöse

Verkauf eines Grundstückes

Bei Verkauf eines Grundstückes eines Einzelunternehmers hat der Käufer die Grunderwerbssteuer in Höhe von 3,5 % zu leisten. Für die Eintragung in das Grundbuch sind 1,1% des Kaufpreises zu entrichten. Gehört ein inländisches Grundstück zum Vermögen einer Kapitalgesellschaft, so löst der Verkauf von Anteilen dann eine Grunderwerbsteuerpflicht aus, wenn nach dem Verkauf ein Gesellschafter mindestens 95 % der Anteile innehat. Beim Erwerb durch Vereinigung aller Anteile beträgt der Steuersatz 0,5 % vom Grundstückwert.

Verkauf von Geschäftsanteilen ( Share-Deal )

Der Ertrag aus dem Verkauf von GmbH Anteilen einer natürlichen Person fällt unter jene Einkünfte aus Kapitalvermögen, welche seit 1.1.2016 mit der Kapitalertragssteuer (KEST) von 27,5% pauschal versteuert werden. Bei Anwendung dieses Pauschalsatzes können keine mit dem Verkauf zusammenhängende Kosten geltend gemacht werden. Ist die Anteilsbesitzerin eine GmbH, fallen 25 % Körperschaftssteuer (KöSt) an, und mit dem Verkauf zusammenhängende Kosten können abgesetzt werden. Als zu versteuernder Ertrag gilt der Verkaufserlös abzüglich der Anschaffungskosten. Zu den Anschaffungskosten zählen das einbezahlte Stammkapital, etwaige Kapitalerhöhungen und, falls die GmbH Anteile erworben wurden, der ehemalige Kaufpreis. Der Verkaufserlös ist im Jahr des Zufließens zu versteuern. Bei Aufteilung des Kaufpreises über mehrere Jahre ist nur jene Rate zu versteuern, welche im jeweiligen Jahr fällig ist, wobei der Anschaffungswert bei der ersten Zahlung in Abzug gebracht werden kann. Beim Verkauf von Geschäftsanteilen fällt keine Umsatzsteuer an.

Einbringung eines Einzelunternehmens in eine GmbH

Einzelunternehmen können - auch rückwirkend - in eine GmbH eingebracht werden, wodurch der Ertrag aus dem anschließenden Verkauf der Geschäftsanteile des Unternehmens der KEST in Höhe von 27,5% unterliegt. Das eingebrachte Kapital des Einzelunternehmens gehört zu den Anschaffungskosten der GmbH und ist bei der Ermittlung des Verkaufserlöses in Abzug zu bringen.

Verkauf Einzelunternehmen ( Asset-Deal )

Der Veräußerungsgewinn, also die Differenz zwischen Buchwerten und Verkaufserlös ist einkommensteuerpflichtig. Es kann entweder ein Freibetrag von EUR 7.500 geltend gemacht werden oder es kann die Versteuerung auf 3 Jahre aufgeteilt werden. Für die Geltendmachung des Freibetrages und des halben Steuersatzes muss die Eröffnung oder der Kauf des Unternehmens mindestens 7 Jahre zurückliegen. Der halbe Steuersatz kann unter zusätzlichen folgenden Voraussetzungen geltend gemacht werden: die Veräußerung erfolgt auf Grund des Todes des Unternehmers oder auf Grund seiner Erwerbsunfähigkeit oder weil der Unternehmer das 60. Lebensjahr erreicht hat und die Erwerbstätigkeit einstellt. Der Verkaufspreis unterliegt der Umsatzsteuer von 20%, kann jedoch beim Käufer als Vorsteuer geltend gemacht werden.

Verkauf Anteile Personengesellschaft

Vollhaftende Gesellschafter versteuern die Erlöse aus dem Verkauf von Anteilen an einer Personengesellschaft wie Einzelunternehmer. Es kann also auch von den Begünstigungen, wie dem Halbsteuersatz, Gebrauch gemacht werden. Ist der Verkäufer von Kommanditanteilen eine GmbH, so ist der Erlös aus dem Verkauf der Körperschaftssteuer mit 27,5 % zu unterziehen. Beim Verkauf von Anteilen an einer Personengesellschaft fällt keine Umsatzsteuer an.